Grundig 3090/56 Restauration

Moderator: timundstruppi

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Mister K.
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Grundig 3090/56 Restauration

Beitrag von Mister K. »

Hallo zusammen,

für die kalten Tage habe ich mir ein neues Projekt vorgenommen: Einen Grundig 3090/56 Röhrenradio.
Ich habe das Gerät für kleines Geld bekommen und bislang noch nicht ans Netz angeschlossen.

Erkenntnisse bis jetzt:
Auf der Rückseite wurde sehr dilettantisch eine Zeitschaltuhr eingebaut. Diese habe ich entfernt, was jetzt ein großes Loch in der Rückseite hinterlässt. :?

Die Beschriftung der Skala löst sich an manchen Stellen ab.
Noch ist dies erst bei näherer Betrachtung zu erkennen und es fehlt noch nichts, aber es ist nur eine Frage der Zeit bis nichts mehr davon übrig ist.
Also möchte ich den aktuellen Zustand fixieren.

Hat dazu jemand von euch Erfahrungen gemacht?
Ich habe einen Beitrag dazu im Radiomuseum entdeckt. Dort wird Haarspray oder Lötlack empfohlen.

LG
Anlage 1: XV7500 + ST6500 + CF5500-2 an Aktiv 50
Anlage 2: V7500 + T7500 + CF7500 an 2500a
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timundstruppi
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Re: Grundig 3090/56 Restauration

Beitrag von timundstruppi »

Vielleicht erstmal retten und hochauflösend kopieren/scannen. Mit der Kopie kann man immer noch später eine transparente Folie herstellen.
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mampfi
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Re: Grundig 3090/56 Restauration

Beitrag von mampfi »

Ich denke auch möglichst vorher retten und danach Standardklarlack ?
Jede Menge Grundig Zeugs, garniert mit etwas Revox, Braun, Dual und Sony, an 5 Anlagen.

Grundig forever :D
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timundstruppi
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Re: Grundig 3090/56 Restauration

Beitrag von timundstruppi »

Habe gerade heute gelernt, dass Klarlack immer Nitro enthält und nicht auf Wasserbasis ist.
Wir müssen am PKW was nachlackieren. Abdeckfolie soll schmelzen :o

Klare Folie zum Fixieren?
Mister K.
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Re: Grundig 3090/56 Restauration

Beitrag von Mister K. »

Hallo,
leider habe ich keinen Scanner der eine vernünftige Auflösung bietet.

Ich habe jetzt folgenden Plan: Irgendwo im Keller liegt noch eine alte Kapsch-Herold-Skala.
An der werde ich mal die verschiedenen Vorschläge an der ausprobieren und die Langzeitwirkung beobachten. Zunächst gibt ohnehin noch eine Menge zu tun an dem Gerät.

To be continued…
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nick_riviera
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Re: Grundig 3090/56 Restauration

Beitrag von nick_riviera »

zur Skala noch ein Tipp, den die Restaurateure von alten Flippern benutzen - die haben auch oft das Problem, dass sich am Glas des Zählwerk-Kastens die Farbe ablöst.

Im fachgeschäft für Farben und Lacke ( oder im Internet ) gibt es sogenannten Binder. Das ist farbloser Grundstoff zum selber ansetzen von Farben oder Lacken mit Pigmenten. Binder gibt es lösemittel- oder wasserbasiert, wasserbasierter Dispersionsbinder richtet keine Schäden an, trocknet glasklar, und kann auch dazu benutzt werden, alte Farbabplatzer wieder zu fixieren.

Vorsorgliches Abfotografieren für eine evtl. Folienskala kann nicht schaden, was ich aber auf keinen Fall machen würde, ist zu versuchen, eine Folie über den losen Lack zu kleben. Das hast Du nämlich nur einen Versuch, wenn Dir beim Festkleben z.B. durch statische Aufladung der Folie die losen Lackstückchen verrutschen, hast Du verloren.

Gruß Frank
die Wurzel allen Übels liegt im Schwachsinn, während die Wurzel des Schwachsinns nicht zu unterschätzen sein sollte
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musicboy
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Re: Grundig 3090/56 Restauration

Beitrag von musicboy »

Hallo,
Sorry, mein Beitrag zu diesem Thema kommt spät, vielleicht viel zu spät, aber ich habe Erfahrung bezüglich der Fixierung brüchiger bzw. loser Skalenbeschriftung.
Ich habe vor einigen Jahren so eine Skala an einem Philips Modell behandelt.
Das Radio hatte längere Zeit extrem feucht gestanden, möglicherweise war es auch Frosteinwirkungen im Winter ausgesetzt.
Der Skalendruck war auf der ganzen Fläche extrem lose. An einigen Stellen waren schon einzelne Farbpartikel abgefallen. Ich traute mich nicht, die Oberfläche mit Reinigungsmitteln zu behandeln, das wäre garantiert schief gegangen.
Ich habe dann ganz vorsichtig mit einem sehr weichen Kosmetikpinsel an einer Ecke der Skala den Versuch unternommen, die vorhandene Staubschicht zu entfernen.
Zu meinem Erstaunen war das möglich.
So habe ich schließlich die ganze Oberfläche mit dem Pinsel vorsichtig abgetupft und die damit gelösten Staubpartikel ganz leicht weggepustet. So hatte ich wenigstens den groben Staub entfernt ohne Schaden anzurichten.
Dann habe ich Klarlack auf Acrylbasis aus der Sprühdose genommen.
An einer Ecke habe ich einen Versuch unternommen. Aus einem Abstand ca. 40cm habe ich einen nur kurzen Sprühnebel aufgetragen und bis zum nächsten Tag abgewartet um das Ergebnis zu beurteilen. Das Ergebnis war absolut zufriedenstellend. Es waren keine Veränderungen gegenüber der unbehandelten Stellen sichtbar. Also habe ich diesen ersten sehr dünnen Lackauftrag auf der ganzen Skala angewendet.
Am nächsten Tag wiederholte ich das ganze nochmals, nur einen leichten Sprühnebel.
Am dritten Tag schließlich habe ich den Klarlack etwas dicker aufgetragen.
Ich kann sagen, die Maßnahme war ein Erfolg. Der Lose Skalendruck war nun fest, nicht mehr blättrig. Ich konnte sogar problemlos mit dem Finger drüberwischen.

Das war mein erster Versuch in dieser Richtung. Bisher hatte ich keine Erfahrung damit.
Alle Arbeitsschritte habe rein intuitiv vorgenommen. Den Hinweis auf den Acryl Klarlack bekam ich aus einem anderen Forum. Bezüglich Acryllack hatte ich auch keinerlei Bedenken. Wichtig scheint mir nur, immer dünn und sparsam anwenden.

In Summe hat mich die Arbeit sehr zufriedengestellt. Die Skala war insgesamt noch ansehnlich und einen Totalausfall konnte ich so vermeiden. Damit muss man sich zufriedengeben. Das liegt nun schon einige Jahre zurück und bis heute scheint alles noch stabil zu sein.

Ich hoffe ihr könnt etwas von meinem Bericht profitieren.

Jo
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