CN 500

Moderator: timundstruppi

Arno911
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CN 500

Beitrag von Arno911 »

Hallo,

aus gegebenem Anlass möchte ich Euch meinen Neuzugang vorstellen: Einen sehr gut erhaltenen CN 500, den ich für den Preis der vom Vorbesitzer bereits gewechselten Zahnräder (bekanntes Rad mit Ritzel) erstanden habe.

Die Laufwerkfunktionen waren alle einwandfrei (abgesehen von einer fehlenden und einer falsch eingehängten Feder...), jedoch kam kein Signal am Ausgang an. Die Sicherung 200mAT war durch.
Ein obligatorischer Wechsel der wenigen Elkos brachte keine Verbesserung.

Genaues Betrachten der Bauteile zeigte einen Tantalelko (C407), der verdächtig aussah - und tatsächlich kurzgeschlossen war.

Daraufhin tauschte ich vorsorglich die anderen Tantalelkos aus, die direkt an der Versorgungsspannung lagen, wovon noch mindestens ein weiterer schadhaft war. Einige Lötstellen wurden auch nachgelötet, die nicht sauber aussahen.

Die Servicefreundlichkeit der "Grundigs" ist übrigens vorbildlich. Nach dem Lösen von 3 Schrauben kann die komplette Laufwerkseinheit mit angebauter Platine entnommen werden, so dass die Lötarbeiten relativ problemlos durchführbar sind.

Nun spielt der 500er wieder einwandfrei! ;)

(Das Thema mit schadhaften Kondensatoren wurde im Forum bereits an anderer Stelle behandelt und ich kann meinen Vorrednern nur zustimmen, dass hier eine der größten Fehlerquellen liegen durfte, was diese alten Geräte betrifft.)

Schöne Grüße
Arno
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timundstruppi
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Re: CN 500

Beitrag von timundstruppi »

Schön.
Hatten die defekten Tantale das leicht andere Blau? Vielleicht durch Eigenerwärmung, wenn der Strom überhaupt reicht von den Vorwiderständen in der Nähe. Ggf. noch Selengleichrichter tauschen.

Und bei Geräte aus den Studios aufpassen, können auf 110V stehen, ist bei den Plattenspielern zumindest so.
user73
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Re: CN 500

Beitrag von user73 »

Beschreibung der Schaltung ist in TI 5/6 aus 1976.
Arno911
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Re: CN 500

Beitrag von Arno911 »

Ja, die defekten Tantale waren leicht anders gefärbt (Hitze?) Bei dem Einen sieht man das deutlich, darüber bin ich auch aufmerksam geworden. Auf dem Bild erkennt man den "Grünstich".
Die Koppel-Kondensatoren aus Tantal habe ich momentan noch drin gelassen (aber grob gegengemessen in eingebautem Zustand). Die dürften weniger belastet sein und ich muss erst wieder nachbestellen :-)

Etwas Sorge machen mir die Lötstellen auf der Platine. Da hat Grundig offensichtlich minderwertiges Lötzinn verwendet. Viele sind nicht glänzend blank, sondern wirken eher grau-kristallisiert. Gibt es dazu Meinungen?

Viele Grüße

Arno
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timundstruppi
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Re: CN 500

Beitrag von timundstruppi »

Das Zinn entmischt sich. Ggf. mit Gerät absaugen und mit hochwertigen neu Zinn (mit Pb) neu verzinnen.
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timundstruppi
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Re: CN 500

Beitrag von timundstruppi »

Schmeiße alle Tantale raus. Ich nehme ggf. bis 4,7µ Fokos.
Arno911
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Re: CN 500

Beitrag von Arno911 »

Soeben Tantal-Kondensatoren in ausreichender Menge bestellt. ;)

Irgendwas stimmt doch noch nicht, allerdings vermute ich einen schlechten Kontakt irgendwo im Gerät:
Läuft prinzipiell einwandfrei (gestern Abend mehrere Stunden "Einfahrbetrieb"), hin und wieder ist jedoch nach dem Wiedereinschalten ein Kanal "tot", bzw. gibt nur ein lautes Rauschen von sich.
Klopft man etwas kräftiger aufs Gehäuse, ist er plötzlich wieder "da" und die Musik spielt einwandfrei.

Wackele ich am DIN Stecker, lässt sich das teilweise auch reproduzieren. Daher würde ich dort erstmal suchen. Die Platine ist schon nachgelötet an der Buchse. Kann das evtl. mit der Mikrobuchse zusammenhängen? Das Kabel ist es nicht, das ist bei einem anderen genauso.)

Schöne Grüße
Arno
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timundstruppi
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Re: CN 500

Beitrag von timundstruppi »

Versuche mal intern den A/W Schalter zu betätigen und dann ggf. reinigen.
Arno911
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Re: CN 500

Beitrag von Arno911 »

Gestern Abend nochmal genau geschaut, die Aussetzer wurden offensichtlich durch den Bandsortenschalter verursacht.
Spielte das Gerät einwandfrei und man hat am Schalter leicht gewackelt, kamen die Aussetzer wieder.

Daraufhin sämtliche Lötstellen des Schalters behutsam nachgelötet, der CN 500 gab einwandfrei wieder! In allen Schalterstellungen während der Wiedergabe - alles bestens. Kristallklarer Kassettensound einer alten Dire Straits Kassette. :D

Dadurch ermutigt, habe ich eine Leerkassette eingelegt, um die Aufnahmefunktion zu testen. Die Aufnahme war unsauber, verzerrt. Ein 2. Mal versucht mit anderer Stellung des Bandsortenschalters: keine Aufzeichnung mehr, nur Rauschen. Wiedergabe ebenfalls tot, auch mit dem bereits bespieltem Band.

Also wie beim "Mensch-ärgere-Dich-nicht". :shock:
Da ist offensichtlich im Aufnahmezweig ein Defekt, der die anfängliche Freude über eine gelungene Reparatur wieder zunichte gemacht hat.
Da muss ich nochmal auf die Suche gehen...der CN 500 ist wieder stumm...

Grüße
Arno
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timundstruppi
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Re: CN 500

Beitrag von timundstruppi »

Der A/W-Schalter wird es vielleicht sein. Das ist oft ein langer Schiebeschalter mit etlichen Kontakten.
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