v5000 Reglerplatte

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Moderator: timundstruppi

dynamike
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Re: v5000 Reglerplatte

Beitrag von dynamike »

Und weil bei Grundig nur Pfeifen in der Entwicklung tätig waren, die auch noch zuviel Geld hatten, haben sie Tantalkondensatoren eingesetzt, ganz bestimmt grundlos und weil sie scheiße klingen. Mann,mann,mann :lol:
In meinen diversen A,XV und V5k spielen noch immer Tantals, die sich völlig unauffällig messen und klingen.
LG Mike
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MGL_IR3
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Re: v5000 Reglerplatte

Beitrag von MGL_IR3 »

dynamike hat geschrieben: Di 1. Sep 2026, 19:56 Und weil bei Grundig nur Pfeifen in der Entwicklung tätig waren, die auch noch zuviel Geld hatten, haben sie Tantalkondensatoren eingesetzt, ganz bestimmt grundlos und weil sie scheiße klingen. Mann,mann,mann :lol:
In meinen diversen A,XV und V5k spielen noch immer Tantals, die sich völlig unauffällig messen und klingen.
LG Mike
Dem ist nichts hinzuzufügen. 👍

Und wenn die Folienkondensatoren auch was bringen, wäre ja theoretisch möglich, ist die Baugröße auch zu beachten, die waren ja damals nicht unerheblich. Ob sich das wirklich auf den Klirrfaktor merklich auswirkt....
Wenn der Verstärker beispielsweise vorher 0,01 % Klirr hat und der Koppelkondensator einen winzigen Anteil davon verursacht, bringt es wenig, wenn dieser Anteil durch Folie auf praktisch null sinkt. Das sieht auf dem Messgerät vielleicht schön aus, aber der Gesamtklirr ändert sich wohl kaum.Würde ich meinen. Koppelkondensatoren ganz wegzulassen >> da wendet sich das Blatt schon deutlich. 😉 Allerdings ist auch bekannt, mit welchem Aufwand, welchen Herausforderungen und nicht zuletzt welcher Fehlerträchtigkeit das verbunden ist.
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oldiefan
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Re: v5000 Reglerplatte

Beitrag von oldiefan »

Darf ich in der Diskussion mit Zahlen dienen?
Vielleicht führt das zu einer Versachlichung.

Ich habe die Klirrverzerrungen, die ein Kondensator (als Koppelkondensator an einer 680 Ohm Last bei f = 35 Hz, also eine RC-Hochpass-Anordnung) beiträgt, gemessen:

In der Messkette ohne Kondensator (Drahtbrücke): 0,00023 % THD = Referenzwert, Blindwert

1. Tantalkondensator MIT 0,6 V Vorspannung
"Normaler" Ta Kondensator Vishay, 50 µF / 35 V, bei 35 Hz mit 0,7 Veff an 680 Ohm Last, Vorspannung 0,6 V(Eckfrequenz = 8 Hz):
0,001 % THD
Tantalkondensator mit 0,6V Vorspannung.jpg

2: MIL-Spec. Tantalkondensator im Metallbecher, Vishay-CTS1, 150 µF / 16 V, bei 35 Hz mit 0,7 Veff an 680 Ohm Last, Vorspannung 0,6 V(Eckfrequenz = 2,9 Hz):
0,00075 % THD
MIL-Spec Tantalkondensator mit 0,6V Vorspannung.jpg

3: Elko Nichicon 220 µF / 35 V, bei 35 Hz mit 0,7 Veff an 680 Ohm Last, Vorspannung 0,6 V(Eckfrequenz = 1,9 Hz):
0,0006 % THD
Nichicon Elko mit 0,6V Vorspannung.jpg

Messungen OHNE Vorspannung
4. Folienkondensator, WIMA MKS 4 (Polyester), 4,7 µF / 63 V, bei 35 Hz an 680 Ohm Last, OHNE Vorspannung (Eckfrequenz = 43 Hz):
0,00023 % THD (gleich wie Referenzmessung ohne Kondensator)
Folienkondensator Polyester OHNE Vorspannung.jpg

5. Normaler" Tantal-Kondensator, trocken, Vishay 50 µF / 35 V, bei 35 Hz an 680 Ohm Last, OHNE Vosrpannung (Eckfrequenz = 4 Hz):
0,05 % THD
Tantal Kondensator OHNE Vorspannung.jpg

6. MIL-Spec. Tantalkondensator, Vishay CTS1, 150 µF / 16 V, bei 35 Hz an 680 Ohm Last, OHNE Vorspannung (Eckfrequenz = 1,4 Hz):
0,0009 % THD
MIL-Spec Tantal Kondensator OHNE Vorspannung.jpg


ERGEBNIS

Gepolte Elkos und Tantalkondensatoren tragen zum Klirrfaktor nur sehr sehr wenig (<0,001 % THD) bei, wenn sie mit Vorspannung betrieben werden. Schon eine geringe Vorspannung von nur 0,6 V genügt. Im Sinne einer guten Lebensdauer (dauerhafte Integrität der Anodisierungsschicht bei Al-Elkos) ist allerdings eine Vorspannung von mehr als 2 V erforderlich.

Sehr spezielle Tantalelkos (MIL-Spec im Metallbecher) erreichen auch ohne Vorspannung <0,001 % THD

Normale Tantalkondensatoren tragen zum Klirr nur massgeblich bei (> 0,01 % THD), wenn sie ohne vorgeschriebene Vorspannung betrieben werden, also unsachgemäss verwendet werden.

Folienkondensatoren tragen auch ohne Vorspannung nichts zum THD (Messbereich < 0,0003 % THD) bei.

Das alles ist nicht neu.
Meine hier gezeigten Messungen bestätigen nur, was seit langem schon in mehreren Publikationen nachgelesen werden konnte.

Gruß
Reinhard
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