R3000-2 mit Kuriosum

Moderator: timundstruppi

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mampfi
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R3000-2 mit Kuriosum

Beitrag von mampfi »

Servus in die Runde.

Von einem Bekannten landete dieser R3000-2 auf meinem Tisch.
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Der Vormonteur behalf sich damit vom Punkt E, 12V dem Memostat zuzuführen und steckte eine Litze aus.
Was leidlich funktioniert. Allerdings klappte damit der UKW Empfang. Was ich nicht verstehe ist, daß man sich mit einer "Ersatzschaltung" behilft.
Warum hat der Vormonteur das nicht gleich richtig repariert? Eine gewisse Grundkenntnis muß er ja, das beweist die Bastelei, gehabt haben.

Endstufe ist OK, der TCA 530 auch (Freischaltung und Abstimmspg). Spannungen sind auch vorhanden.

Nach Rückbau der Bastelei flackert jetzt die Anzeige und es ändert sich die Empfangsfrequenz willkürlich.
Obwohl die Abstimmspg. 30V stabil ist, endet der Empfangsbereich bei 100Mhz. Auch die Versorgungsspg. 15V des TCA 530 ist stabil.

Bei den angeschlagenen Lötstellen mit Kleber ist erst mal Tabularasa angesagt.
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mampfi
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Re: R3000-2 mit Kuriosum

Beitrag von mampfi »

Berichtigung.
Es ist tatsächlich so, daß immer wieder kurzfristig die Abstimmspg. zusammenbricht, was in Folge logischerweise Anzeige, Tunoscope und MPX flackern läßt.
Der TCA 530 wurde schon gesockelt und und durch einen Ersatz getestet.

Mal schaun wie es weiter geht.
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Re: R3000-2 mit Kuriosum

Beitrag von oldiefan »

mampfi hat geschrieben: Do 19. Jan 2023, 07:44Auch die Versorgungsspg. 15V des TCA 530 ist stabil.
Du meinst die 30 V vom TCA? Denn das TCA530 liefert ja keine 15 V.
Oder meinst Du die die 15 V Mischteil-Versorgungsspannung, die oft vom sterbenden (mit 16 V zu knapp bemessenem) Tantalkondensator im Mischteil gebeutelt wird? Dieser Tantal im Mischteil ist schon erneuert?

Wenn die Abstimmspannung nachweislich am PIN 7 des Mischteilkästchens stabil ist, aber trotzdem die Frequenz nicht stabil ist, kann eine der Varicaps im Mischteilkästchen defekt sein. Das wäre bei diesem Receiver aber ein sehr seltener Fehler.

An welcher Stelle im Memostat wurde vorher mit der Drahtverbindung vom Messpunkt "E" die 12 V zugeführt? Das können wir nicht sehen, müsstest Du uns sagen.
Grundsätzlich ist es nach Schaltplan ja richtig, dass von "E" (am Abstimmpoti Stecker 6A) eine Verbindung zum Memostat (Stecker 7A) bestehen muss.

Evtl hat der Draht vorher einen Wackler in dieser Verbindung überbrückt? ABER, dagegen spricht:
Die vorher abgesteckte grüne Litze an der Buchse 1C des Memostat gehört ja zu PIN 5 der Buchse, also Messpunkt "O" (stabilisierte 30 V vom TCA; an der Buchse 1C sind 7 Positionen, beginnend mit 0 bis 6. Position 3 ist Messpunkt E; PIN 2 ist unbelegt). Das würde darauf deuten, dass vorher der Memostat auf seltsame Art "vergewaltigt" war.

Gruß
Reinhard
Zuletzt geändert von oldiefan am Do 19. Jan 2023, 18:47, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: R3000-2 mit Kuriosum

Beitrag von mampfi »

OK, dann will ich nochmals Richtig stellen.

Es ist/war so, daß tatsächlich die Abstimmspg. 30V kurzzeitig zusammenbricht. Dann ist das "flackern" vorhanden.
Deswegen habe ich den TCA 530 gesockelt und kurz einen anderen reingesteckt, was aber kein Änderung brachte.
Mit den 15V meinte ich eigentlich die Spg. am Pin4 des TCA 530, welche direkt am IC aber nur 9,xxV sind.
Da sitzt ja noch ein hochohmiger Vorwiderstand davor.

Außer der Sockelungsaktion habe ich bisher den nur R3000 beobachtet um möglicherweise irgendwelche Zusammenhänge erkennen zu können. Ich habe aber den Eindruck, daß sich das Fehlerbild stabilisiert hat und es zwischenzeitlich weniger auftritt.
Die MPX LED flackert direkt beim Einschalten bis das oder der TCA freischaltet, ebenso beim Ausschalten.
Die Feldstärkeanzeige zeigt direkt beim Einschalten konstant etwas weniger an und zeigt nach der Freischaltung den vollen Pegel.
Ich erwähne das, im Falle das wichtig sein könnte.

Dann werde ich als nächstes den C347 austauschen. R60/15 Ohm ist in Ordung.
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Re: R3000-2 mit Kuriosum

Beitrag von mampfi »

oldiefan hat geschrieben: Do 19. Jan 2023, 17:57
An welcher Stelle im Memostat wurde vorher mit der Drahtverbindung vom Messpunkt "E" die 12 V zugeführt?
Grundsätzlich ist es nach Schaltplan ja richtig, dass von "E" (am Abstimmpoti Stecker 6A) eine Verbindung zum Memostat (Stecker 7A) bestehen muss. Evtl hat der Draht vorher einen Wackler in dieser Verbindung überbrückt?

Gruß
Reinhard
Siehe Bild oben. Es wurde Pin5 am Stecker 1C abgezogen und die 12V von Punkt E dem Pin6 zugeführt.
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Re: R3000-2 mit Kuriosum

Beitrag von oldiefan »

OK, wir können festhalten:

Die Abstimmspannung (30 V) vom TCA530, die normalerweise an PIN 5 der Buchse 1C auf dem Memostat geht, wurde vorher dort abgesteckt. Also wurde der Memostat nicht mehr für den Abstimmspannungsbereich (bis 27 V erforderlich) versorgt.

Du schreibst, der hinzugefügte Draht von Punkt "E" ging an PIN 6 der Buchse 1C?
Ok, Punkt E ist bei Dir nur zufällig 12 V. Die Spannung E hängt von der Stellung des Abstimmpotis R1 ab. Es wurde also durch den Zusatzdraht diese Spannung E auf Leitung 55 für die Tunerabstimmspannung gelegt. Warum, ist mir immer noch nicht klar. Denn auch die Spannung E hängt ja von der 30 V Spannung des TCA ab, kann also einen Fehler des TCA nicht "umgehen". Jedenfalls wurde der Memostat so "vergewaltigt" und nur noch in einem eingeschränkten Frequenzbereich war Abstimmung möglich.

Evtl. war/ist das Abstimmpoti defekt?
Du müsstest messen, ob die Abstimmspannung an Messpunkt "V" stabil ist und in welchem Bereich sie durchstimmbar ist, wenn Du an die Grenzen des Empfangsbereich (Links- bis Rechtsanschlag bei UKW bei manueller Abstimmung) gehst.

Reinhard
Zuletzt geändert von oldiefan am Do 19. Jan 2023, 19:39, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: R3000-2 mit Kuriosum

Beitrag von mampfi »

Genau so war es. Man konnte nur noch einen eingeschränkten Frequenzbereich nutzen.
Punkt E sind in meinem Falle 11,85V
Was mir auch noch einfällt ist, man muß die Abstimmspg auf 30,75V stellen um 108,1MHz zu erreichen.
Bei 30V kommt man nur bis 107,9
Die Messung an Punkt V liefere ich gleich morgen nach.
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Re: R3000-2 mit Kuriosum

Beitrag von oldiefan »

mampfi hat geschrieben: Do 19. Jan 2023, 19:36 Genau so war es. Man konnte nur noch einen eingeschränkten Frequenzbereich nutzen.
Punkt E sind in meinem Falle 11,85V
Was mir auch noch einfällt ist, man muß die Abstimmspg auf 30,75V stellen um 108,1MHz zu erreichen.
Bei 30V kommt man nur bis 107,9
Die Messung an Punkt V liefere ich gleich morgen nach.
Ob 107,9 oder 108,1 MHz ist im Moment nicht kritisch. Wenn alles andere wieder richtig funktioniert, wird das am Ende durch Neueinstellen nach Service Manual gerichtet.

Erstmal entscheidend ist die absolute Stabilität der Abstimmspannung an Punkt "V" über längere Zeit und dass sie von ca. 3 V bis ca. 30 V mit dem Abstimmrad (FM auf manuelle Abstimmung) durchstimmbar ist.

Wenn Abstimmspannung trotz einwandfreiem TCA530 instabil ist, den Zustand der Trimmpotis R8 und R14 prüfen, C13 am TCA ersetzen.

Reinhard
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Re: R3000-2 mit Kuriosum

Beitrag von mampfi »

Ok, habe es nicht ausgehalten, auch wenn ich heute keine Langzeitbeobachtung mehr machen kann.
An Punkt V konnte ich zwischen 3,13 (87,4) - 30,3V (108,0) messen.
Bei der Frequenz 100,0 messe ich 11,95V und genau hier ist vorher das DMM kurz auf 11,06 gesprungen.....
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Re: R3000-2 mit Kuriosum

Beitrag von oldiefan »

Hallo mampfi,

also liegt die Ursache in einer nicht stabilen Abstimmspannung.

Ich rate zunächst, C11 und C13 am TCA530 zu ersetzen und den Stabi-Transistor T2 im Netzteil für die 55 V nachzulöten (hat gerne gerissene Lötstellen) in der Hauptplatine.
Zusätzlich - zur Sicherheit - würde ich an T2 die Elkos C16 (220µ/100V), C12 (22µF / 100 V) und C11 (10 µF / 63 V oder 100 V) ersetzen, vorsichtshalber, falls dort bei einem ein sporadischer Feinschluss auftreten sollte.

Der TCA530 bezieht ja als Eingangsspannung diese 55 V von T2 über Leitung 4. Auch die muß deshalb stabil sein (Messpunkt "K"), d. h. in diesem Fall, sie darf nicht einbrechen. Der TCA530 regelt Schwankungen dieser Spannung zwar weitestgehend aus, aber bei einem kurzzeitigen Einbruch (z.B. defekte Lötstelle am T2) wäre er damit überfordert.

Wenn danach sichergestellt ist, dass die 55 V Versorgung des TCA530 stabil ist, würde ich prüfen, ob die 30 V am Ausgang des TCA530 am Messpunkt "O" langzeitstabil ist und nicht spontan kurzzeitig einbricht.

Wenn es danach an Messpunkt "V" immer noch zu spontanen Einbrüchen der Abstimmspannung kommt, würde ich den AM-FM Umschalttransistor T3 vorsichtshalber ersetzen (auch wenn er noch ordentlich misst, manchmal erscheint fehlerhaftes Verhalten erst in der Schaltung unter Betriebsbedingungen). Bei AM/FM Umschaltttransistoren hatte ich solche Dreckeffekte schon mehrfach - Transistorersatz behob sie. Ich meine mich zu erinnern, dass mich Bernhard (glaube ich) erstmals darauf bei einem T5000 gebracht hatte.

Besteht danach die Instabilität der Abstimmspannung weiterhin, gerät das Abstimmpoti selbst ins Visier. Entweder eines der beiden Trimmer auf dem Abstimmpoti (oben die beiden Rädchen) macht einen unzuverlässigen Kontakt oder - und das ist wahrscheinlicher - die Hauptschleiferbahn (R1) des Abstimmpotis ist verschlissen/beschädigt. So einen Fall hatte ich schonmal und kein Ballistol oder sonstwas konnte da was ausrichten. Es blieb mir nur, ein neues Abstimmpoti aus einem Schlachtgerät einzubauen. Danach war die Funktion wieder einwandfrei.

Es gibt da also "Einiges", was die Stabilität der Abstimmspannung ruinieren kann.

Reinhard
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