Überarbeiung / Inbetriebnahme von Mampfis SV 140

Moderator: timundstruppi

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HiFire
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Re: ... und noch ein Neuer!

Beitrag von HiFire »

Hi mampfi,
Danke für Dein umfassendes "Outing" bzw. Deine Antwort!
(Ich weiss halt gerne vorher, mit wem (und was) ich's zu tun habe, damit ich nicht auf gut Glück irgendwelchen Sabbel in die Welt plärre.)

Deine Idee, mal die Anzeigeinstrumente zu vertauschen, um ein elektromechanisches Problem zu erkennen bzw. auszuschließen, ist zwar völlig richtig, aber das geht noch viel einfacher, schneller und ohne Löten: Nimm ein Multimeter, stelle es auf "Widerstandsmessung/Ohm x 1" und tippe mit den Prüfspitzen auf den interessierenden Instrumenten-Anschluss am Austeuerungsanzeige-Verstärker 7302-124. Das jeweils blaue Drähtchen ist der Minus, das rote der Plus. Der (sehr geringe) Messstrom läßt das betreffende Instrument voll ausschlagen, bei richtiger Polung sogar nach rechts... ;)
Dabei kann nichts kaputtgehen, weder der Anzeige-Verstärker noch das Instrument, aber Du wirst schnell sehen, ob das Instrument hakelig ist oder nicht.

Wenn die Instrumente OK sind, kann's auch noch an einem Verdrahtungsproblem liegen, denn das, was Richtung Lautsprecher-Relais geht, wird über (starre!) Drähte und auf verschlungenen Wegen von der Endstufen-Platine ("a" und "c" im Stromlaufplan) zur Vorstufen-Platine zurückgeführt, wo der Austeuerungsanzeige-Verstärker und die beiden Übertrager sind. Ein Wackelkontakt auf dieser Strecke könnte (sogar spannungsabhängig) das Phänomen verursachen.

Am ehesten (bei sonst intaktem Gerät) wird es aber am Austeuerungsanzeige-Verstärker 7302-124 selbst liegen. Das Ding ist allerding schwer von der Vorstufenplatine zu entfernen, was man aber machen sollte, um an die Bauteile (und Meßpunkte) zu kommen. Auch gut möglich, dass eines (oder alle) der vier Trimmpotis einen "Schuss" hat/haben, vorwiegend durch Oxidation. WD60 + WL kann helfen, muss aber nicht. Der Neu-Abgleich des 7302-124 ist im "Grundig-Reparaturhelfer SV140/200" unter 4.2 beschrieben. Die Übertrager werden wohl keine Macke haben, falls sie noch fest auf der Platine sitzen.

Viel Erfolg!
HiFire
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Überarbeiung / Inbetriebnahme von Mampfis SV 140

Beitrag von mampfi »

Ich habe hier mal für spätere Zeiten den Beitrag von HiFire in das neu angelegte, passende Unterforum verschoben.
Grundig TS 1000. Wahlweise als 2Spur, 4Spur oder 4Spur Autoreverse. Mit drahtloser Fernbedienung, Dolby, Burr Brown OP-Amp Ausgang. Und jetzt neu: Die VU Meter zeigen das Hinterbandsignal an.
Anlage 1: SXV 6000, A5000, ST 6000, TS 1000, CF5500-2 und Dual 731q an Canton Plus E Subwoofersystem.
Anlage 2: V5000, T5000, CF 5500 und CF 5500-2.
Anlage 3: SXV6000, Proline3000 Endstufe, ST6000 und Sony TC377.
Anlage 4: V5000, ST6000, TS600, Grundig VS380, Revox B77/HS, Revox B215, Uher Report 4200 IC, Uher Report 4400 IC.
Anlage 5: SV2000, MT 100
Reserve: SV2000, 2 x SXV 6000, ST 6000, MA 100, MXV 100, MT 200, MCF 400, R45a, SV 140, RT 100

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Re: Überarbeiung / Inbetriebnahme von Mampfis SV 140

Beitrag von mampfi »

......lang lang ist's her.............

Gerade ist mal wieder mein SV 140 auf dem Tisch.

Was wurde gemacht?

Transportschaden - gebrochene Platine - rechts neben den Schiebereglern, repariert.
Sicherungshalter ausgetauscht. (Hatte ich glaube ich schon mal erwähnt)
Potis in der Endstufe ausgetauscht (glaube ich auch schon mal erwähnt)

Dann gab es Probleme, daß immer wieder der rechte Kanal ausfiel.
Nach dem Nachlöten mehreren kalten Lötstellen, ging es, aber dann doch wieder nicht.
Mit dem Signalverfolger konnte die schadhafte gesteckte Verstärkerplatine ausfindig gemacht werden, jedoch war kein Bauteil defekt.
Während der Spgs.Messung funktionierte es plötzlich wieder.
Schlußendlich waren es die Lötstellen. Die waren zwar nicht gebrochen (kalt), aber komisch matt. Nach dem Absaugen und nachlöten funktioniert jetzt auch der rechte Kanal wieder. Keine Ahnung was da frü ein Lötzinn verwendet wurde? Viel Bleianteil, weil matt?

Immerhin stammen die Lötstellen aus 1969......

Dann der Schock! Eine der fetten Spulen im Mumetallgehäuse links neben den Schiebereglern ist auseinandergeflogen. Ein Draht war abgerissen.
Bei der anderen fetten Spule ging nur die Spannscheibe flöten.
Der feine Draht war anlötbar. Vergleichsmessungen brachten keine Unterschiede zu Tage. Also alle Spulen mit etwas (wirklich nur etwas) Heißkleber fixiert.

Das hängende rechte VU Meter konnte durch optischen Vergleich mit dem linken unter Makro Bedingungen so zurechtgebogen werden, daß es, so wie es scheint, wieder funktioniert.

Was momentan immer noch ist: Schiebt man den 40Hz Regler nach oben ins Plus, hinkt der linke Kanal dem rechten im Pegel etwas zurück.
Stellt man auf linear, sind die Pegel gleich.
Vielleicht ist die fette Spule doch nicht 100% i.O.? ...............

Jetzt werden mal LS angeschlossen, dmit er sich warmspielen kann. Noch am Trenntrafo........
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Re: ... und noch ein Neuer!

Beitrag von mampfi »

HiFire hat geschrieben: Do 25. Mär 2021, 16:45 ........ Das jeweils blaue Drähtchen ist der Minus, das rote der Plus. Der (sehr geringe) Messstrom läßt das betreffende Instrument voll ausschlagen, bei richtiger Polung sogar nach rechts... ;)

Am ehesten (bei sonst intaktem Gerät) wird es aber am Austeuerungsanzeige-Verstärker 7302-124 selbst liegen. Das Ding ist allerding schwer von der Vorstufenplatine zu entfernen........

............Auch gut möglich, dass eines (oder alle) der vier Trimmpotis einen "Schuss" hat/haben.........

.............Der Neu-Abgleich des 7302-124 ist im "Grundig-Reparaturhelfer SV140/200" unter 4.2 beschrieben. Die Übertrager werden wohl keine Macke haben, falls sie noch fest auf der Platine sitzen.

Viel Erfolg!
HiFire
Nochmals Danke für die Anfänger Tipps

Zu 1. Das blaue Drähtchen war bei mir schwarz und ja das Meßinstrument hat so gehakt

Zu 2. Nein lag es nicht, siehe Zu 1. Die von oben gesteckten Platinen sind nicht besonders schwer auszubauen.
Es ist natürlich mit Aufwand verbunden, was dann oft mit "schwierig" in Verbindung gebracht wird. Ein Stück Flachbandkabel aus der Arduino Welt
kann hier wertvolle Dienste leisten. So lassen sich diese gesteckten Platinen, nach dem verlängern, problemlos vermessen.

Zu 3. Nein hatten sie nicht. Alles schön gereinigt, die Trimmpotis verbleiben im Gerät

Zu 4. Ist bekannt, SV 140 - SM im Original vorhanden.
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Re: Überarbeiung / Inbetriebnahme von Mampfis SV 140

Beitrag von mampfi »

So, Projekt SV140 & RT100 heute erfolgreich beendet.

Der SV 140 befindet sich nahezu, der RT100 kpl. im Orginalzustand.
Leider sind die Gehäuse in den letzten 50 Jahren etwas Taxi gefahren, wirken also etwas mitgenommen.
Der SV 140 hat einen stundenlangen Probebetrieb mit stark erhöhter Zimmerlautstärke (VU Anzeige -10 / -5) klaglos überstanden
Der im vorigen Fred erwähnte Pegelunterschied hat sich erledigt, nachdem ich die Arbeitstischverkabelung erneuerte.
Die Kabel dort werden doch ständig durch die Gegend gezerrt und ewig halten die das nicht aus.
SV140&T100.jpeg
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Re: Überarbeiung / Inbetriebnahme von Mampfis SV 140

Beitrag von timundstruppi »

Na super!

Trotzdem muss man die Dinger lieben.
Meins wäre das nicht. Finde ich nicht hübsch, Schieberegler, Holz...

Wie sind denn die Werte Klirr, S/N, Grundigsound?
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Re: Überarbeiung / Inbetriebnahme von Mampfis SV 140

Beitrag von timundstruppi »

Habe nachgeschaut, die gehen ja...Elkoloser Ausgang.
Hatte an Ge statt Si gedacht...

Interessant:
Farbcode auf 2n3055 für 6 veschiedene Stromverstärkungsbereiche zum Paaren
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Re: Überarbeiung / Inbetriebnahme von Mampfis SV 140

Beitrag von mampfi »

timundstruppi hat geschrieben: Mi 19. Jan 2022, 01:41 Na super!

Trotzdem muss man die Dinger lieben.
Meins wäre das nicht. Finde ich nicht hübsch, Schieberegler, Holz...

Wie sind denn die Werte Klirr, S/N, Grundigsound?
Werte:
2 x 56W Sinus
DC am LS Ausgang: max 1mV (einstellbar)
Klirr bei 400Hz: 0,25% bei 56W (einstellbar und kann mit Nakamichi T100 nur bei 400Hz messen)
S/N: um die 80dB laut Audiotester
Grundigsound: Ich glaube der ist mit dieser Verstärkerserie SV 80 bzw. 140 "erfunden" worden. 2 Loudnesstufen! in Verbindung mit dem 40Hz Regler
bietet wirklich Grundig Sound "At it's best"

Design: Ja da hast Du Recht, heute altbacken. Damals mußte das Zeug eben zur Wohnungseinrichtung passen.

Ich wollte mir einfach auch eine solche Kombination in meinen Fundus übernehmen.
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